Ein unterhaltsamer Vortrag zum Thema Medienrecht

Dass Vorträge zum Thema »Recht« überhaupt nicht trocken sein müssen, bewies der bekannte Medienanwalt Sebastian Deubelli am vergangenen Montag bei uns. Fortsetzung folgt! Versprochen!

Im Vortrag standen die Themen Bildrechte, Social Media und Datenschutz im Mittelpunkt. Das Thema Bildrecht hätte allerdings allein einen ganzen Abend füllen können.

Viele der anwesenden Fotografen und Auftraggeber wussten offensichtlich nicht, dass in der Werbefotografie sehr schnell Design- und Markenrechte verletzt werden. Wenn z. B. Nike-Turnschuhe in einem Bild für einen Modekatalog ein nicht genehmigtes aber deutlich erkennbares Assessoire sind, kann dieses Klagen von Nike nach sich ziehen. Dasselbe gilt für Food-Fotografen, die Essen natürlich gerne auf hochwertigem Markengeschirr abbilden. Verstöße gegen das Marken- und Designrecht können sehr teuer sein. Mögliche Alternativen: »markenneutrale« Gegenstände verwenden oder sogar in 3D nachbauen lassen.

Das Abbilden und Veröffentlichen von Bildern mit Personen (Ausnahme Auftragsfotografie mit Modellen) und die dadurch potenzielle Verletzung von Persönlichkeitsrechten war ebenfalls ein viel diskutiertes Thema. Weniger gefährlich ist es, wenn es sich um »Bildnisse im Bereich der Zeitgeschichte« handelt. Was unter diese Kategorie fällt und was eher nicht, legte Sebastian Deubelli humorvoll aus und gab nützliche Tipps für die richtige Herangehensweise. Damit wollte er die Zuhörer auch ermutigen, die Fotografie nicht ganz sein zu lassen, weil dadurch irgendein Recht verletzt werden könnte. Vorsicht – vor allem beim Fotografieren von Kindern – sei aber angesagt. Hier müsse man sich die Einwilligung bei den Eltern schriftlich einholen, am besten von beiden.

Im Bereich Social Media erläuterte Deubelli, dass die von Facebook angebotene Widerspruchserklärung zum Schutz der persönlichen Daten vor dem kommerziellen Gebrauch keinen wirklichen Schutz bietet. Facebook sein damit – ironisch gesprochen – der im Prinzip größte, kostenlose Stockanbieter. Ein »Klick« oder »Share« genüge, um im Prinzip einen Rechtsbruch zu begehen. Ungeklärte Rechtsfragen gäbe es hier an jeder Ecke – allerdings auch eine gewisse, durchgesetzte Toleranz. Vorbildlich sei die Praxis von Fotolia, Bilder mit dem Label »Social Media Enabled« ausdrücklich anzubieten.

Zum Thema Datenschutz gab es gegen Ende noch einige nützliche Tipps für Webseiten-Betreiber, z.B. zum Thema »Impressum«.

Der Referent freute sich über die vielen Fragen der Teilnehmer. Das Feedback machte deutlich, dass es zu den Themen Medienrecht und Datenschutz im Online-Marketing ein großes Informationsbedürfnis gibt. Von daher werden wir diese Themen sicher weiter verfolgen.

Sebastian DeubelliVortrag „Rechtssicher im Internet“

 

Bildrechte im Social Media

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